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Absolute und relative Luftfeuchte

Luft kann bei hohen Temperaturen wesentlich mehr Wasser speichern als bei niedrigen Temperaturen. Die tatsächliche (absolute) Feuchtigkeit (Wassermenge pro Kubikmeter Luft) im Verhältnis zur maximalen Feuchtigkeitsaufnahmekapazität der Luft (100%) bezeichnet man als relative Luftfeuchte. Sinkt die Temperatur, bleibt die absolute Feuchtigkeit der Luft zunächst gleich; jedoch ändert sich die relative Luftfeuchte (sie erhöht sich). Sinkt die Temperatur weiter ab, so dass die Luft die enthaltene Feuchtigkeit nicht mehr halten kann, wird der sogenannte Taupunkt überschritten (100% rel. F.) und es kommt zur Kondensation. Der bislang gasförmig vorliegende Wasseranteil wird flüssig (Änderung des Aggregatzustands). 

 

Beispiel: (Der Einfachheit halber lassen wir die Druckverhältnisse unberücksichtigt.) 

  • Bei 20°C kann 1 Kubikmeter Luft bis zu 17,5 Gramm Wasserdampf halten (vollkommene Sättigung). Dieses Maximum entspricht 100% relativer Luftfeuchtigkeit. 
  • Nehmen wir an, es befinden sich bei 20°C tatsächlich aber "nur" 13 Gramm Wasserdampf in der Luft (absolute Luftfeuchte). Dies entspricht dann 74% relativer Luftfeuchtigkeit und würde vom Menschen schon als ziemlich schwül empfunden. 
  • Nehmen wir nun an, die Temperatur steigt auf 35°C an und die Luft kann nirgendwo her zusätzlichen Wasserdampf aufnehmen. Dann entspricht der Wasserdampfgehalt nur noch 33% relativer Luftfeuchtigkeit, da 1 Kubikmeter Luft bei dieser Temperatur bis zu 39,5 Gramm Wasser halten könnte. Und so würde dieser Wert auch als ziemlich trocken empfunden. 
  • Nehmen wir jetzt an, dass die Temperatur auf 5°C sinkt. Bei dieser Temperatur kann die Luft nur noch max. 6,8 Gramm Wasserdampf halten. Es befanden sich jedoch 13 Gramm Wasserdampf in der Luft. Ergo: 6,2 Gramm fallen als Kondensat an. 

Wasserdampf und Kondensation im Container

Größere Mengen von Schweißwasser sind im geschlossenen Container so gut wie immer auf die Ware und/oder Ihre Verpackung zurückzuführen, da die rein in der Luft enthaltene Wasserdampfmenge relativ niedrig ist. Sie kann aber trotzdem zu Schäden führen, z.B. zur Korrosion von Metallwaren. 

 

Bei der Kondensation im Container unterscheidet man zwei Arten: 

  1. Ladungsschweiß / Cargo Sweat: Dieser entsteht beim Transport einer gekühlten oder kalten Ladung in warme Zonen. Hierbei schlägt sich Wasser auf der Oberfläche der Ladung nieder. (Das geschieht z.B. auch, wenn man im Sommer eine Flasche Flasche aus dem Kühlschrank nimmt.) Wenn die Ladung (z.B. Kartons) mit Schrumpffolie umwickelt ist, kann es unter der Folie zu Ladungsschweiß und damit einhergehend zu Schimmelbildung kommen. 
  2. Containerschweiß / Container Rain: So wird die Feuchtigkeit genannt, die sich an der Innenseite des Containers niederschlägt. Dies geschieht z.B. wenn die Beladung des Containers einer warmen Halle stattfindet, der Transport hingegen bei niedrigen Temperaturen erfolgt. Das überschüssige Wasser aus der Luft kondensiert an der Containerdecke und tropft herunter wie Regen. 

Beide Arten der Kondensation im Container verursachen Schäden an der Ware und der Verpackung, die die Zufriedenheit der Kunden und Vertragspartner mindert, selbst wenn der Verlust durch eine Transportversicherung abgedeckt sein sollte. Am besten, man sorgt mit Trockenmitteln vor und vermeidet Störungen in der Kundenbeziehung oder eine Erhöhung der Versicherungsprämien. 

Quellen für Schweißwasser

Für die Schweißwasserbildung im Container sind folgende Quellen in Betracht zu ziehen: 

  • der Wasserdampfgehalt der Luft im Container (relativ geringer Effekt, kann jedoch zu Korrosion führen) 
  • der Wasserdampfgehalt der zusätzlich durch Lüftung zugeführten Luft (Ventilation) 
  • der Wassergehalt der Ladung (kann sehr hoch sein) 
  • der Wassergehalt von Verpackung und Beipackmitteln (nicht zu unterschätzen!) 
  • Regenschauer während des Ladens oder durch Gabelstaplerreifen eingebrachtes Wasser 
  • Eindringen von außen bei beschädigten Containern (verschlissene Dichtungen an Türen, etc.) 

Containerluft und Ventilation

Wassergehalt der Waren

Hygroskopizität

Sorptionsverhalten